Der Berghof war das Landhaus Adolf Hitlers am Obersalzberg – heute ein Ortsteil von Berchtesgaden.

 

Er wurde 1916 als Landhaus Wachenfeld für einen norddeutschen Kaufmann errichtet. Ab 1928 war das Landhaus Hitlers gemietetes Feriendomizil. Nach der Machtübernahme 1933 kaufte er es und ließ es nach und nach anfangs vom Architekten Alois Degano, dann Roderich Fick zum Berghof, seiner repräsentativen Residenz, ausbauen.

 

Er bildete dann den Kern des Führersperrgebietes Obersalzberg, das mit dem Bau der „Kleinen Reichskanzlei“ 1937 und dem Flughafen Reichenhall-Berchtesgaden als zweiter Regierungssitz zu einem zentralen Ort der Macht im nationalsozialistischen Deutschen Reich wurde. Insgesamt verbrachte Hitler etwa ein Drittel seiner Regierungszeit auf dem Berghof, also zusammengerechnet fast vier Jahre. Internationale Diplomaten und Politiker kamen zu Verhandlungen zum Berghof.

 

Im Juni 1933, nach der Machtübernahme, kaufte Hitler das Landhaus Wachenfeld von der Witwe Margarete Winter und nannte es nun „Berghof“. Hitlers Halbschwester Angela Raubal führte den Haushalt. Parteifunktionäre wie Hermann Göring, Albert Speer und Martin Bormann bezogen Zweitwohnsitze am Obersalzberg.

Das Haus war zunächst nur mit einem Zaun abgesichert. Die Anwesenheit des neuen Reichskanzlers in dem kleinen Bergort zog jedoch viele Anhänger an. Nach Maßgabe seiner eigenen Pläne beauftragte Hitler 1933 für einen ersten relativ geringfügigen Umbau des Hauses Wachenfeld den Architekten Alois Degano, für den aufwendigeren Umbau ab 1936 den Architekten Roderich Fick. Zur Erhöhung der Sicherheit des Diktators wurde in seiner neuen „Wahlheimat“ das gesamte Areal abgesperrt, zum „Führersperrgebiet“ erklärt und bewacht. Zutritt war nur mit Berechtigungsausweis möglich. Hitler empfing Gruppen der HJ, des BDM und anderer Organisationen und präsentierte sich in der idyllischen Bergkulisse als „Kanzler des Volkes“. Im Führerkult der NS-Propaganda präsentierte er sich als „Hitler abseits vom Alltag“ und „Hitler, wie ihn keiner kennt“. Zahlreiche entsprechende Fotoalben und Bildbände erschienen.

 

Nach dem Umbau stand Hitler ein repräsentatives Haus zur Verfügung, das er zum Empfang von Diplomaten und Prominenten nutzte. Ein wichtiges Element seiner Repräsentation waren die Gemälde, die er persönlich aufhängte und mit Vorliebe seinen Gästen vorführte. Mit ihnen präsentierte sich der ehemalige Maler als Künstler und „genialer Sammler“ in der Nachfolge von Adolf Friedrich von Schack und Friedrich II. von Preußen. Ein weiteres berühmtes Repräsentationselement des Hauses war das 8 Meter mal 4 Meter große, elektrisch versenkbare Panoramafenster in der großen Halle.

 

Auch viele innenpolitische Entscheidungen wurden auf dem Berghof getroffen. Beispielsweise hielt Hitler am 22. August 1939 eine Ansprache vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht – später auch „Dschingis-Khan-Rede“ genannt –, in der er den Angriff auf Polen ankündigte. Als Henriette von Schirach bei einem Besuch 1943 Hitler auf die Judendeportationen ansprach, wurde sie gemäß Zeitzeugenaussagen daraufhin nicht mehr auf den Berghof eingeladen. Nach der Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto kam Himmler am 19. Juni 1943 zu einer Besprechung, auf der die Umwandlung von Ghettos in Konzentrationslager und die Ermordung der Arbeitsunfähigen beschlossen wurde (Unternehmen Cottbus).

 

Hitler befand sich oft und meist für längere Zeit auf dem Berghof. Bormann, graue Eminenz auf dem Berghof, schuf daher das „Führer-Sperrgebiet“ mit einer umfassenden Infrastruktur. Etwas entfernt vom Berghof, in Bischofswiesen nahe Berchtesgaden, ließ er die Reichskanzlei Dienststelle Berchtesgaden bauen, auch „Kleine Reichskanzlei“ genannt. In Ainring bei Freilassing wurde eigens der Regierungsflughafen Reichenhall-Berchtesgaden errichtet.

 

Das Gebäude wurde kurz vor Kriegsende durch alliierte Luftangriffe schwer beschädigt. 1952 ließ der Freistaat Bayern das Gebäude sprengen. Die unweit vom ehemaligen Berghofgelände befindliche Dokumentation Obersalzberg stellt insbesondere die Verbindung von örtlicher und gesamter NS-Zeitgeschichte her.

(Quelle: Wikipedia)

 

Heute bleiben vom ehemaligen Berghof nur die hintere Stützmauer und einige Befestigungsmauern. Auch Teile der Einfahrt können noch in den Gebüschen entdeckt werden. Das Gebäude an sich wurde komplett abgerissen und übererdet.

 

Koordinaten:   N47 38.010 E13 02.513

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